Buchprojekt, welche Schritte sind notwendig – Teil 3: Lektoren & Mentor suchen und Lesungen durchführen

Buchprojekt, welche Schritte sind notwendig – Teil 3: Lektoren & Mentor suchen und Lesungen durchführen

Die erste Draft-Version auf allen drei Sprachen mit den Illustrationen war im März 2018 fertig. Nun folgte die Finalisierung des Buches. Das bisschen Scriptkorrigieren und Zeichnungverbessern dauerten maximal 2 Monate, das war meine Planung. In Wirklichkeit dauerte die Finalisierung 5 Monate von März bis August 2018. Diese beinhaltete die folgenden Schritte: Lektoren und Mentor suchen, Lesungen durchführen, Verlag suchen, Feedback einarbeiten, Formatierung und Verfeinerung. Hier beschreibe ich die Suche nach Lektoren und nach einem Mentor sowie meine Erfahrung aus den ersten Lesungen.

Lektoren suchen: Ich brauchte Lektoren für den deutschen, englischen und vietnamesischen Text, um möglichst professionelle Einschätzungen zu bekommen und den Text fließend und wohlklingend zu gestalten. Ich fragte Freunde, ob sie Journalisten oder Autoren kennen, der das machen könnte. Einige Freunde lasen mein Text selber und gaben mir anschließend ihr Feedback, andere leiteten die Kontaktdaten von ihren Freunden bzw. Bekannten weiter. Ein enger Freund schickte mir sogar seiner Mutter’s Emailadresse zu, da sie Journalistin ist.

Parallel habe ich im Internet recherchiert: Ich schrieb einige Lektoren an, die ihren Lektorservice bei der Leselupe ehrenamtlich zur Verfügung stellen und sich auf Märchen und Kinderbücher spezialisiert haben.  Zwei haben mir gleich zugesagt, was mich sehr glücklich machte. (Wie toll ist das denn, Texte von anderen ohne jeglicher Gegenleistung zu korrigieren!).

Für den englischen Text suchte ich auf Blogs von englischen Autoren nach erfahrenen Lektoren und schrieb viele an. Eine amerikanische Autorin schrieb wundervoll zurück, dass sie mir gleich sympathisch war und ich mich für die Zusammenarbeit entschied. Eine weitere kompetente Lektorin und wunderbare, interessante Person ist Kusi Okamura, die Gründerin und Autorin des Online Magazins Wild Word Magazine, die auch zustimmte, meinen englischen Text zu korrigieren. Fantastisch!

Vietnamesische Lektoren zu finden erwies sich als schwierig, da ich nicht in Vietnam lebe und auch wenige vietnamesische Freunde habe. Nach einer zwei monatigen Suche fand ich endlich die richtigen Personen. Ein Schulfreund meiner Eltern stimmte zu, meinen Text zu korrigieren. Er hat in der 70en Jahre in Deutschland studiert und kennt sich gut mit der sowohl vietnamesischen als auch deutschen Literatur aus. Zudem hat eine Freundin aus meiner Schulzeit in Vietnam sich bereit erklärt, mir zu helfen, da ihr Mann Journalist ist und die beiden meinen Text korrigieren können.

Fünf meiner sechs Lektoren korrigierten meiner Texte ohne jeglicher Gegenleistung. Mit Ihnen und durch ihre Feedbacks sind mein Bücher professioneller und wohlklingender geworden. Ist das nicht großartig! Es gibt so viele hilfsbereite großartige Menschen auf dieser Welt.

Mentor finden: Für die Texte habe ich Lektoren gefunden. Ich brauchte einen Experte, der mich bei meinen Zeichnungen und der Gestaltung des gesamten Buches berät. Anfang Juni war ich auf dem Kinderbuchfestival Kimbuk (mit einem anderen Ziel, Beiträge zum Thema Vielfalt und Lesungen anzuhören). Bei einer Kinderbuchlesung saß zufällig neben mir eine Kinderbuchautorin. Wir kamen ins Gespräch, sie hat grob mein Manuskript angeschaut und ihr Feedback gegeben. Ich fand das sehr toll, ein konstruktives Feedback von einer berühmten Kinderbuchautorin zu bekommen. Darauf hin habe ich sie ein paar Wochen später angeschrieben, ob sie mich beraten könnte. Drei Wochen später saß ich in ihrem Wohnzimmer mit meinem Script. Sie sah Zusammenhänge aus einer Profiblick und gab mir viele nützliche inspirierende Anregungen und Tipps.

Lesungen durchführen: Es ist sinnvoll für mich, Kinder vor der Veröffentlichung des Buches zu fragen, was ihnen an der Geschichte und Zeichnungen gefällt bzw. nicht gefällt. Meine Kinder haben mir ihr Input während der Buchentstehung kontinuierlich mitgeteilt. Um weitere Meinungen von Kindern zu bekommen, habe ich zwei Testlesungen gehalten: die erste in der Kita meines Sohnes und eine in der Schule.

Die in der Kita durfte ich ca. 15 Kindern vor ihrem Mittagsschlaf vorlesen. Ich fing mit ein paar Fragen an und las ihnen die Geschichte vor. Es war sehr schön, ihre großen leuchtenden Augen zu sehen und wie gespannt sie alle zuhörten. Als ich am Ende der Geschichte war, fragte ein Junge, ob das das Ende war. Als ich bejahte, liefen alle Kinder blitzschnell auf einmal zu ihren Schlafplätzen. Ich war aber so überrascht, dass ich nichts sagen konnte. Im Nachhinein erzählte mein Sohn, dass es ein Konkurrenzkampf zwischen den Kindern gibt, wer die besten Schlafplätze bekommt – das war die Erklärung dafür. Aus der Lesung habe ich somit kein Feedback einholen können. Mein Lernen daraus war, dass ich den Ablauf bei der Lesungseinleitung vorstellen muss – Erwartungsmanagement.

Die zweite Lesung war in der Schule meiner Tochter mit 60 Kindern von der ersten bis dritten Klasse. Ich war schon sehr nervös davor. Präsentationen, Vorträge und Workshops für und mit Erwachsenen sind mein „daily business“ als Beraterin, aber vor Kindern zu stehen und sie zu begeistern ist eine ganz andere Art und Weise. Wie kann ich die Lesung spannend machen und die Kinder motivieren mitzudenken und mitzumachen?

Ich stellte einen Fragenkatalog zusammen und bereitete eine PowerPoint-Präsentation (u.a. mit Agenda) vor. Es war dann eine wunderschöne Veranstaltung. Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht, mit den Kindern zusammen Zeit zu verbringen. Als ich sie fragte, was wir Menschen machen könnten, um die Tiere zu schützen, waren ihre Antworten wie „Wir müssen die Bienen von dem Aussterben schützen.“, „Tiere sollen nicht im Zoo leben, da haben sie zu wenig Platz.“, „Wir sollen kein Fleisch essen.“ … Das fand ich so toll. Was die Kinder in dem Alter schon wissen!

Als Ergebnis aus der Lesung war, dass der Wasserbüffel nicht nett aussieht und ich alle Zeichnungen mit dem Wasserbüffel geändert habe.

Einige Tage später passierte es immer noch, dass Kinder mich fragten, ob ich nochmal vorlesen könnte. Das war die Bestätigung: den Kindern hat meine Lesung gefallen.

Im nächsten Beitrag beschreibe ich die weiteren Schritte zur Finalisierung des Buches.

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