Buchprojekt, welche Schritte sind notwendig – Teil 5: Formatierung und Verfeinerung

Buchprojekt, welche Schritte sind notwendig – Teil 5: Formatierung und Verfeinerung

Der erste Entwurf war im März 2018 fertig. Nun folgt die Finalisierung des Buches von März bis August 2018. Im vorherigen Beitrag beschrieb ich,  wie ich Verlag gesucht und die Feedbacks eingearbeitet habe. In diesem Beitrag beschreibe ich die Formatierung und Verfeinerung des Buches zur finalen Version.

Formatierung: Die Herausforderung hier war die Auswahl der Schriftart. Die Schriftart soll leicht zu lesen aber auch klassisch, elegant und seriös sein. Ich verbrachte über eine Woche für die Schriftartanalyse. Die erste Frage war aber serif oder sans serif. Schriftart mit Serifen haben feine Linien, welche einen Buchstaben am oberen oder unteren Ende abschließen. Serife Schriftarten wie Times und Century Schoolbook werden oft in Büchern und Zeitungen benutzt. Sans sarife Schriftarten haben klare Buchstaben ohne zusätzliche Linien. Für die Leserfreundlichkeit insbesondere für Erstleser entschied ich mich für sans serif. Dann erstellte ich eine Liste der Schriftarten, die ich klar und schön finde: CalibriFranlin GothicFuturaHelvetica, Helvetica NeueMS Sans Serif, MS Reference Sans Serif, Tahoma, Trebuchet MS und Veranda.

Die nächste Herausforderung war: die Schriftart soll mit der vietnamesischen Schrift kompatibel sein. Die vietnamesische Schrift wurde im 17. Jahrhundert u.a. von dem französischen Missionar Alexandre de Rhodes aus der chinesischen Zeichenschrift ins lateinische Alphabet „transferiert“, entwickelt und eingeführt. Die vietnamesische Schrift besteht aus Grundbuchstaben mit diakritischen Zeichen. Ein a kann so geschrieben werden:  à, ả, ã, á, ạ, ă, ằ, ẳ, ẵ, ắ, ặ, â, ầ, ẩ, ẫ, ấ, ậ. Es gibt nur einige Schriftarten, die die vietnamesische Schrift unterstützen.

Ich nahm einen dreizeiligen Abschnitt aus dem vietnamesischen und deutschen Text und formatierte in die oben aufgelisteten Schriftarten. Manche waren zu engmaschig also schwer zu lesen, andere hatten einen zu großen Abstand, d.h. nehmen viel Platz weg. Meine in engerer Auswahl waren dann Calibri,Helvetica, Helvetica Neue und Franlin Gothic.

Ein Designerfreund meines Freundes empfiehl mir Century Gothic zu verwenden, welche in USA als klassisch aber auch „school bookish“ und oft in Kinderbüchern verwendet wird. Ich testete Century Gothic und fand diese auch schick. Century Gothic unterstützt aber nicht die vietnamesische Schrift. Schließlich entschied ich mich für Century Gothic für die deutsch-englische und Helvetica Neue für die deutsch-vietnamesische Version.

Die Schriftgröße sollte bei Kinderbüchern zum Lesenlernen groß und gut leserlich sein. Ich entschied mich für die Größe zwischen 14 und 16 abhängig von der Schriftart. Zwei Texte auf unterschiedlicher Sprache auf einer Seite erfordern viel Platz. Es war nicht möglich, auf 11 Doppelseiten Texte und Illustrationen unterzubringen. Also erhörte ich die Seitenanzahl.

In Kombination mit den Bildern nahm die Schriftart Century Gothic zu viel Platz ein, die Texte dominierten zu sehr. Ich suchte wieder nach einer Alternativschriftart und entschied mich für Franlin Gothic. 

Die Kombination vom Text und Zeichnungen beanspruchte viel Detailarbeit. Es muss genug Platz für die Texte geben, aber die Illustrationen dürfen nicht untergehen, Texte und Illustrationen müssen miteinander harmonieren bzw. sich gegenseitig ergänzen. Zu beachten ist folgendes:

  • Positionierung der Texte und Zeichnungen
  • Größe der Zeichnungen
  • Formatierung der Texte nicht Block, sondern links oder rechts bündig
  • Die Texte müssen auch deutlich lesbar sein, d.h. wo Texte auf Zeichnungen erscheinen, muss der Hintergrund verblassen. 

Zu der Geschichte kamen ein Bildglossar mit den in dem Buch vorkommenden Tieren und ein Wortschatzglossar mit den in dem Buch vorkommenden Wörtern hinzu, um das Sprache-Lernen zu fördern.

Ich möchte auch ein QR Code in meinem Buch hinzufügen, um zu meiner Website zu verlinken und auch mit dem Ziel, die alte traditionelle Geschichte mit der neuen Technologie zu verheiraten.

Die ursprünglich geplanten 32 Seiten reichten nicht mehr. Die Seitenzahl stieg auf 40 Seiten (die Seitenzahl eines Buches ist immer durch 4 teilbar, um gedruckt werden zu können).

Verfeinerung: Ich habe über einen Monat gebraucht, um die Zeichnungen aus der Entwurfphase zu detaillieren und um das Buch-Cover und den Vorsatz/Nachsatz zu gestalten. Hier habe ich jede freie Minute auch im Urlaub dafür genutzt. Auf dem Buch-Cover soll der Titel, Untertitel, Autorenname, Genre und Verlag erscheinen. Das Cover soll möglichst einzigartig und ansprechend sein, den Kern der Geschichte erkennen lassen und den Leser neugierig machen. Dazu muss man beachten, dass das Cover auch als kleines Bild wieder zu erkennen sein soll (Suchergebnis im Internet). Soweit die Theorie. Der Titel meines Buches ist schon sehr lang, aber aufgrund der Zweisprachigkeit beansprucht er richtig viel Platz. Zuerst war die Idee alle drei Figuren abzubilden. Wie konnte ich dann die drei zeichnen, dass diese den Leser ansprechen? Dann entschied ich mich für  die Hauptfigur in der Geschichte: den Tiger. Dazu kam die Suche nach der Schriftart für den Titel und Untertitel.  Zusätzlich gestaltete ich die Zeichnung für den Vorsatz bzw. Nachsatz. Der Vor/Nachsatz ist eine Doppelseite, welche den Buchdeckel mit dem Buchblock verbindet. Aufgrund der Breite habe ich mich für eine Weltkarte mit Tieren entschieden.

Alle Zeichnungen aus der Entwurfphase müssen auch detailliert und verfeinert werden:

  • Konturen verstärken
  • mehr Strukturen einzeichnen
  • Schatten und Licht hineinbringen
  • Vignetten (einzelne kleine Zeichnungen) hinzufügen
  • Zeichnungen abgleichen und verbessern, bspw. auf jeder Zeichnung muss der Tiger Schnurhaare besitzen und seine Streifen sind an der gleichen Position

Im nächsten Beitrag beschreibe ich die Phase des Buchdruckens.

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